Institut für GewaltpräventionFreies Institut für interdisziplinäre Gewaltpräventionsstrategien
Zweck des Instituts ist die Nutzbarmachung und Multiplikation kriminologischen Wissens zur Prävention von Gewalt in der Gesellschaft.
In der Öffentlichkeit wird seit Jahren eine Zunahme von interpersonaler Aggression und Gewalt beklagt. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der polizeilichen Kriminalstatistik wider, die in den letzten 10 Jahren einen nahezu konstanten Anstieg der Gewaltkriminalität verzeichnet - sowohl in absoluten, wie auch in den statistisch relevanten Häufigkeitszahlen. In der Regel werden insbesondere schwere Gewalttaten an Schulen, massive Ausschreitungen in Gruppen und die Durchsetzung extremistischer Sichtweisen thematisiert. Darüber hinaus existieren viele – weit weniger beachtete – Formen personaler, gruppenbezogener, institutioneller und staatlicher Gewalt, die von erheblicher praktischer Relevanz sind.
Als Reaktion auf die öffentliche Diskussion wird in der Kriminalpolitik zumeist
ein "hartes Durchgreifen" gegen jugendliche Gewalttäter gefordert: Sei es durch
Unterbringung in geschlossenen Einrichtungen, Herabsetzung der Strafmündigkeit,
Heraufsetzung der Höchststrafe oder durch eine vermehrte Anwendung des
Erwachsenenstrafrechts auf Heranwachsende. Generell ergeben solche
Verschärfungen im Strafrecht jedoch wenig Sinn für eine effiziente Eindämmung
der wachsenden Gewaltkriminalität, da sie nur die Symptome
bekämpfen. Vielmehr
muss dem Problem an den Wurzeln entgegengewirkt werden. Der Königsweg zur
Reduzierung von Gewalt ist eine effektive Prävention.
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Die moderne Kriminologie hat bereits wertvolle Ansätze und Theorien
hervorgebracht, um die Entstehung von Kriminalität im Allgemeinen und von Gewalt
im Besonderen zu erklären. Daraus lassen sich Methoden und Techniken zur
bestmöglichen Prävention jeder spezifischen Form von Gewalt entwickeln. Die
Effizienz zahlreicher Anwendungsmöglichkeiten ist sogar durch Studien
nachgewiesen.
Dennoch führt die Gewaltprävention und die Anwendung
kriminologischen Wissens in Deutschland immer noch ein Schattendasein. Dies
liegt vor allem an den mangelnden Möglichkeiten, entsprechende Kenntnisse und
Erfahrungen angemessen zu verbreiten. Ein fortschreitender Sozialabbau und eine
zunehmende Ressourcenknappheit verhindern die Finanzierung notwendiger
Fortbildungen für Multiplikatoren ebenso wie die konkrete Anwendung der
gewaltpräventiven Methoden. Gerade dort, wo Vorbeugung am dringendsten
erforderlich wäre,
stehen häufig die geringsten finanziellen Mittel für
entsprechende Fortbildungen und Kurse zur Verfügung. So sehen sich
beispielsweise Schulen in sozial schwachen Gebieten nicht nur mit einer
problematischen
Schülerklientel konfrontiert, sondern besitzen kaum die
Möglichkeit, umfangreiche professionelle Beratung im Umgang mit ihr zu erhalten.
Die Chancen der Schule, als Zufluchtsstätte, geschützter Raum und Ort sozialen
Lernens zu fungieren, wird dadurch stark eingeschränkt, wenn nicht gar
vertan.
Durch die Entwicklung, Anwendung, Reflektion und weitest mögliche Verbreitung von Maßnahmen zur Verhinderung oder Minderung von aggressiven und gewaltförmigen Handlungen muss dem derzeitigen Trend entgegengewirkt und eine Vermeidung der Eskalation von Gewalt und Strafe erreicht werden.
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Aufbauend auf viele Jahre individueller Tätigkeit in Forschung, Lehre, Fortbildung, Publikation und Trainingsarbeit rund um den Themenkomplex Gewaltprävention beschloss eine Gruppe von Sozialwissenschaftlern und Trainern 2004 die Effektivität und Nachhaltigkeit ihrer Arbeit durch eine interdisziplinäre Kooperation weiter zu verbessern. Die Idee fand so großen Anklang, dass im Frühjahr 2006 das Institut für Gewaltprävention und angewandte Kriminologie von Dr. Robertz und Dr. Wickenhäuser gegründet werden konnte.
Geführt wird das Institut von Dr. Robertz. Eine Gruppe von freien Mitarbeitern mit ergänzenden Kernkompetenzen wird nach Bedarf und spezifischen Qualifikationen für Veranstaltungen und Aufgabenbereiche des Instituts eingesetzt. Besonders wichtig ist darüber hinaus ein enges Netz von gezielt ausgewählten Kooperationspartnern. Auf diese Weise gelingt eine effiziente Zusammenarbeit, um die vielfältigen Problemstellungen rund um die der Entstehung, Kontrolle und Prävention von Gewalt fachlich optimal lösen zu können.
Bereits im ersten Jahr gelang ein viel versprechender und lebendiger Start. Neben der Durchführung von Maßnahmen an Schulen und in Justizvollzugsanstalten sowie Fortbildungen und Vorträgen im deutschsprachigen In- und Ausland wurde auch in informativen Fachbeiträgen für Fernsehen, Rundfunk, Fachjournale und Printmedien zu kriminalpolitischen Themen Stellung bezogen. Seither konnte eine noch engere und intensivere Netzwerkarbeit mit internationalen Fachleuten erreicht und das institutseigene Programm sukzessive ausgebaut werden. Zum dritten Geburtstag rief das Institut voller Stolz eine eigene Buchreihe unter dem Titel „Praxiswissen Gewaltprävention“ ins Leben, die in den Folgejahren beständig ausgebaut werden wird.
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Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt ist die Vermeidung von Gewalt durch Jugendliche. Dies wird über die direkte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, vor allem jedoch durch Fortbildungen für Lehrkräfte, Psychologen und Polizeibeamte erreicht.
Auch die operative Fallarbeit in besonders schweren Fällen von Schulgewalt bildet einen wesentlichen Aspekt der Tätigkeiten. Ebenso finden sich in der Arbeit mit Strafgefangenen und der Fortbildung von Mitarbeitern im Justizvollzug wichtige Inhalte der Institutsaufgaben.
Weitere relevante Bereiche widmen sich der Erforschung und Vermittlung von Themen und Fragestellungen, die im Kontext anderer Formen personaler, gruppenbezogener, institutioneller und staatlicher Gewalt stehen.
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Der von einem Schmetterling umkreiste Bär im Logo steht für das Leitbild der Arbeit: Kraft und Gelassenheit auf der einen, Offenheit, Vielfalt und Interesse auf der anderen Seite. Ebenso sind beide Tiere als Metaphern zu sehen. Der Bär vereint Gewalt und Sanftmut. Damit erinnert er an die zerstörerischen und konstruktiv-liebevollen Anteile jedes Menschen, die durch Hilfe des Umfelds kontrolliert und gefördert werden können. Der Schmetterling beginnt sein Leben als zerstörerisch angesehene Raupe und wird dann doch zum bewunderten Schmetterling, wenn er Zeit zur Reifung bekommt. Mit der Fabel von Bär und Schmetterling erhalten Sie weiteren Einblick in die Bedeutung des Logos.
... Details: Die Fabel
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Herzlich gedankt sei Maren Winter für die liebevolle Erstellung des IGaK-Logos und Kai Surendorf für das Design und Vorbereiten dieser Webseiten; Marlene Eltschig für ihre Hilfe beim Schriftzug und diverse Printlayout- und Designarbeiten; sowie den vielen anderen für Rat und Hilfe.
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