Institut für GewaltpräventionFreies Institut für interdisziplinäre Gewaltpräventionsstrategien
Schwere zielgerichtete Gewalttaten und Amokläufe an Schulen geschehen nicht urplötzlich, sondern sind
auf dem derzeitigen Stand des Wissens fast ausnahmslos im Vorfeld zu erkennen. Warnsignale wie Gewaltandrohungen,
Suizidankündigungen und unverarbeitete krisenhafte Lebensereignisse werden an Fallbeispielen illustriert und
detailliert im Arbeitskontext der Teilnehmer betrachtet. »Leaking« kommt dabei eine besondere Rolle zu – das
Durchsickern von Gewaltphantasien oder Bekanntwerden der Planung eines Amoklaufs. Ob es sich dabei nur um
vorübergehende pubertäre Vorstellungen oder um tatsächlich umsetzungsorientierte Phantasien handelt,
kann anhand von aktuellsten Modellen aus Nordamerika und Europa angemessen eingeschätzt werden.
Doch Früherkennung alleine genügt nicht. Neben der Gefährdungsanalyse kommt es auch auf den richtigen Umgang mit den Betroffenen an. Unsachgemäße Herangehensweisen können die potentielle Gefahr noch verschärfen. Daher wird ein weiterer Fokus auf ein effektives Fallmanagement und gute Netzwerkarbeit gelegt. Zusätzlich unterstützen Interventionsstrategien und Interviewleitlinien das kompetente Handeln in Krisensituationen.
Um zu einer effektiven Prävention im Vorfeld solcher Vorkommnisse beizutragen, wird zudem dargestellt, was derartige Gewalttaten bedingt, welche Jugendliche sie begehen, wie sich ihre Tatplanungen über einen langen Zeitverlauf hinweg entwickeln und welche Rolle in diesem Fall die Mitschüler, Lehrer, Medien und das gesellschaftliche Umfeld spielen. Diskutiert werden u.a.:
Ein begleitendes Fachbuch zum Seminar ist unter dem Titel „Riss in der Tafel“ beim
Springer-Medizin Verlag erhältlich.