Nachdem lange Zeit Unklarheit über die näheren Beweggründe der letzten beiden deutschen School Shooter bestand, sind der Öffentlichkeit in den vergangenen Wochen zuerst neue Informationen über
die Phantasien der 16-jährigen Schülerin von St. Augustin und gestern auch Hintergründe zur
Motivlage des Täters von Winnenden bekannt geworden.
Was Laien verblüffen mag, ist für die Forschung unseres Instituts erneut eine klare inhaltliche Bestätigung. Seit 1997 verfaßt Dr. Robertz bereits Arbeiten über Tötungsphantasien und hat erstmals 1999 in seinem Buch über jugendliche Tötungsdelinquenten die Bedeutung der Phantasie hervorgehoben. Nachdem erste Amokläufe durch Schüler auch in Deutschland aufgetreten waren, publizierte er Fachbücher (2004 "School Shootings" und 2007 "Riss in der Tafel")
welche auf die Bedeutung der Phantasie jugendlicher Amokläufer eingehen und klare Konsequenzen für die Intervention und auch Prävention aufzeigen.
Seit Jahren führt IGak zu diesen sorgfältig ausgearbeiteten Themen
Fortbildungen für Lehrer, Psychologen, Polizisten und andere Fachkräfte durch. 2007 wurden Seminare hinzugefügt, die auch auf
Gewaltphantasien erwachsener Straftäter und Selbstmörder eingehen. Wer sich für diese Inhalte interessiert und effektive Präventionsarbeit sowie Gefährlichkeitseinschätzungen erlernen möchte, kann dies regelmäßig in unseren Seminaren tun. Von Interesse mag außerdem der erste Band unserer eigenen Institutsreihe sein, die dieses Jahr veröffentlicht wurde. In ihr präsentiert der emeritierte Kinder- und Jugendpsychiater Professor Reinhart Lempp seine Arbeiten zu Nebenrealitäten Jugendlicher, welche sich nahtlos in die Arbeiten unseres Instituts einreihen.